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Raum für Generationen

CELLE. "Wir möchten, dass sich die Menschen bei uns in ihren eigenen vier Wänden wohlfühlen," sagt Clemens M. Kasper, Geschäftsführer der Lebenshilfe in Celle. Auch unter diesem Aspekt entstand in eineinhalbjähriger Bauzeit der neue "Wohnpark Schieblerstraße" – ein Wohn- und Lebenskonzept für Menschen mit verschiedenen Behinderungsgraden und daraus resultierenden Bedürfnissen. Die Ideen von Integration, Kommunikation und Gemeinschaft, verbunden mit modernen Anforderungen an Wohnraum, wurden eingepasst in einen Gebäudekomplex aus saniertem Bestand und Neubauten. Mitte Oktober wurde der Wohnpark offiziell eingeweiht.

Erste Um- und Ausbauten hatte das 1980 von der Lebenshilfe Celle erworbene, aus den 1950er-Jahre stammende "Else-Wex-Haus" schon in den vergangenen Jahren erfahren, trotzdem entsprach das Haupthaus nicht mehr den Vorstellungen, ein attraktives Angebot für Mieter zu schaffen, in der auch ältere Beschäftigte und Rentner gut leben können. Die Idee, einen Lebensraum für mehrere Generationen einzurichten, wurde mit einer offenen Hofsituation umgesetzt.
Es war klar, dass die Zimmer im Dachgeschoss des Altbaus zu klein waren. Deshalb wurden je zwei Räume zu einem verbunden und so entstanden größere Wohnungen.
Der Aufenthalts- und Speisesaal erhielt einen Anbau samt Wintergarten. Durch diese Doppelnutzung entstand ein Teil der Tagesstätte für Senioren. Grundsätzlich können die Rentner, die bisher in der Werkstatt ein tagesstrukturierendes Angebot erhielten, nun wahlweise dieses dort wahrnehmen oder sich tagsüber zurückziehen.
Ein zweites Gebäude vor dem "alten Haus" ergänzt die Räumlichkeiten der Tagesstätte. Es hat die Form eines Pavillons und öffnet sich zur Straßenseite mit einer großen Glasfront. Innen bietet es neben einer Aufenthaltsmöglichkeit eine zweckmäßige Küchenzeile und eine Nasszelle. In den Räumen können Bewohner ihre Kontakte zur Nachbarschaft ausbauen. Es gibt auch regelmäßige Veranstaltungen.
Mit einem modern gestalteten Apartment-Anbau, bestehend aus vier Gebäudeteilen und drei zusätzlichen Nebengebäuden, wurden auch Apartments für Mieter mit erhöhtem Pflegebedarf geschaffen.
Dem Grundkonzept folgend, erreichen die Mieter ihre Appartements über Laubengänge, die alle zum Innenhof in Richtung Süd-Westen offen sind, um möglichst viel Licht und Sonne einzufangen, während ein niedrigerer Gebäudeteil den Hof nach Westen abschließt. Die Gänge können als Balkone genutzt werden und fördern eine spontane Kommunikation. Die Wohnungen schließen sich an eine Diele an. Der ganze Komplex ist so angelegt, dass sich zwei Bewohner ein Bad teilen. Ohne großen Aufwand kann bei Bedarf der Vorraum geteilt, zwei kleine Küchen eingebaut und ein zweites Bad eingerichtet werden. Auf diese Weise können mühelos acht Appartements geschaffen werden, die sich für Wohntraining oder für ambulant begleitetes Wohnen eignen. Zwei der Appartements sind mit besonderen Vorrichtungen für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf ausgestattet.

Alle Wohnungen sind rollstuhlgeeignet und barrierefrei. Mieter des ambulanten Wohnens erreichen ihre Appartements über eine separate Freitreppe. Das niedrigere Gebäude im Westen ist auf das Wohnen in einer Gruppensituation ausgerichtet. Möglichkeiten für Stauraum sind in einem neuen Keller vorgesehen.

Cellesche Zeitung / Seite 11
Samstag, 26. Oktober 2018

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