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Lebenshilfe weiht Wohnpark ein

HEHLENTOR. Menschen mit Behinderungen haben sehr unterschiedliche Bedürfnisse, und das spiegelt sich auch beim Wohnen wider. Im Wohnpark Schieblerstraße im Hehlentor hat die Lebenshilfe nun ein Vorhaben realisiert, das verschiedene Wohnformen kombiniert mit einem entsprechenden Unterstützungskonzept unter einem Dach vereint. Gestern ist das Projekt nach eineinhalbjähriger Bauzeit offiziell eingeweiht worden.

Vor fünf Jahren hat sich die Lebenshilfe auf den Weg gemacht, das Wohnangebot der Mieter weiterzuentwickeln. Die "Schieblerstraße" ist ein Baustein in diesem Konzept. Motto: Die Menschen sollen sich "in den eigenen vier Wänden wohlfühlen", wie Lebenshilfe-Geschäftsführer Clemens M. Kasper sagt. Dafür sind die Bewohner extra nach ihren Wünschen befragt worden und diese sind in die Entwürfe eingeflossen.

Das Besondere an dem neuen Wohnpark: "Ausgehend von dem Gedanken, einen Lebensraum für mehrere Generationen zu etablieren, wurde der Plan einer offenen Hofsituation zugrunde gelegt", erläutert Kasper. In der Praxis bedeutet dies, dass die Mieter ihre Appartements über Laubengänge, die alle zum Innenhof offen sind, erreichen können. "Damit ist gewährleistet, dass möglichst viel Licht und Sonne in den Hof gelangt", sagt Kasper.

Der Wohnpark, für dessen Realisierung die Lebenshilfe 2,5 Millionen Euro investiert hat, ist unterteilt in vier Gebäude. Darin finden sich zum einen Appartements wieder. Angedacht sind zunächst zwei Wohneinheiten, die auf acht erweitert werden können. Alle Appartements sind barrierefrei und teilweise mit besonderen Vorrichtungen für Menschen mit hohem Unterstützungs- beziehungsweise Pflegebedarf ausgestattet. Ein Haus ist auf das Wohnen in einer Gruppensituation ausgerichtet, sei es ambulant oder stationär.

Angefasst wurde auch das Bestandsgebäude, in dem durch Zusammenlegung der Zimmer größere Wohnflächen geschaffen wurden. Der Aufenthalts- und Speisesaal hat einen Wintergarten erhalten. „So entstand ohne großen Aufwand ein Teil der Tagesstätte für Senioren. Grundsätzlich können nun die Rentner, die bisher in der Werkstatt ein tagesstrukturierendes Angebot erhalten haben, dieses hier wahrnehmen oder sich tagsüber zurückziehen“, so Kasper.

In einem weiteren Gebäude wird die Tagesstätte ergänzt. Es öffnet sich zum Quartier hin: "Hier können alle Mieter den Kontakt zur Nachbarschaft etablieren. Regelmäßige Veranstaltungen sollen zeigen, dass hier ein offenes Leben herrscht, dass die Lebenshilfe sich nicht abschottet, sondern das Leben lebenswert gestaltet – und zwar für die ganze Bevölkerung. Davon profitieren alle", sagt Kasper. (gu)

Cellesche Zeitung / Seite 13
Samstag, 13. Oktober 2018

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