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Lebenshilfe Celle hat einen neuen Standort in der Stadt Bergen

"Wohnstätte Mozartstraße"  Rohbaufest wurde in Bergen gefeiert

BERGEN. Die Lebenshilfe Celle hat in Bergen einen neuen Standort. Beim Wohnangebot „Wohnstätte Mozartstraße“ können die Bewohner für sich und trotzdem in Gemeinschaft leben. Das Rohbaufest fand nun mit vielen Gästen statt.
Clemens M. Kasper, Geschäftsführer der Lebenshilfe, begrüßte die Gäste und erklärte, wie wichtig es gewesen war, dieses Rohbaufest einen Tag vor dem Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus zu begehen. Am 27. Januar 2018 ist der Gedenktag der Euthanasie-Opfer der NS-Zeit. Menschen mit Behinderung gehörten zu den ersten Opfern der NS-Zeit. An ihnen erprobten die Nazis den späteren millionenfachen Mord an den Juden. Die T4-Aktion - benannt nach der Berliner Tiergartenstraße 4, der Schaltzentrale des grausamen Euthanasie-Programms -kostete etwa 300.000 behinderten und kranken Menschen das Leben.
"Wir haben bewusst diesen Tag, einen Tag vor dem Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, den 27. Januar, für das Rohbaufest oder das Pre-Opening gewählt, um zu zeigen: Hier sind wir - und wir leben - und wir leben mitten unter Menschen - wir freuen uns, in einer aufbrechenden und aufblühenden Stadt zu leben", erklärte er.
"Von der Suche und dem Finden dieses Baugrundstückes; die Stadt, ihre Vertreter -allen voran der Bürgermeister und Verwaltungschef Rainer Prokop - haben uns immer spüren lassen, dass man uns
hier mit offenen Armen empfangen werde. Das Grundstück wurde uns schließlich von der Firma Lindhorst so überlassen, dass wir es als soziales Unternehmen auch erwerben konnten: dafür herzlichen Dank auch an diese Adresse. So konnten wir mitten in dieser Siedlung der Mozartstraße, die erneut im Aufbruch ist, wie man an jeder Ecke absehen kann, eine neue Heimat finden", so Kasper. Der Geschäftsführer erklärte, dass es der Lebenshilfe wichtig war, dass nicht nur das Leben und der Ort, mitten in einem lebendigen und neuen Sozialraum, Lebensmittelpunkt werden sollte, mit kurzen Wegen zum Einkaufen, zu Ärzten, Banken Freizeiteinrichtungen zu Arbeit und weiteren Angeboten der Stadt, sondern auch die Wohnstandards den heutigen Ansprüchen genügen sollten. Der Bau entspricht mit seinen Angeboten dem heutigen Standard. Die Zimmer genügen den gesetzlichen Vorgaben und sind alle rollstuhlgeeignet beziehungsweise barrierefrei. Es gibt Gemeinschaftsräume, die nach individuellen Bedürfnissen ausgestattet werden, damit die Mieter die Möglichkeiten haben, sich kleine Mahlzeiten selbst zuzubereiten oder ihre Selbstständigkeit mit Unterstützung zu erweitern.
Im Haus befinden sich zunächst noch zwei weitere Appartementwohnungen mit eigenem Zugang für mehr selbständiges Wohnen - für die Fall, dass sich die Unterstützungssituation verändert - oder auch die Gesetzeslage, die den bisher bestehenden "Heimen" nicht viel Zukunft einräumen will.

Berger Kurier / Seite 12

Sonntag, 4. Februar 2018

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