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"Haus Mozartstraße" eröffnet:

Kurze Wege ins Leben

BERGEN. Die neue Wohnstätte der Lebenshilfe Celle im Berger "Musikerviertel" ist bezugsbereit – nach gut einem Jahr Bauzeit feierte die Einrichtung an der Mozartstraße gestern Eröffnung. Entstanden ist ein zweigeschossiger Neubau mit einer Nettogrundfläche von 1300 Quadratmetern und 24 Zimmern sowie zwei Apartments. Ab Montag werden die neuen Bewohner, die bisher noch im Wohnheim am Hustedter Wulfshornberg leben, im "Haus Mozartstraße" einziehen.

"Inklusives Wohnen ist im Wald nur schwer zu verwirklichen", begründete Lebenshilfe-Geschäftsführer Clemens Kasper den Umzug von Hustedt nach Bergen. Durch die Nähe der neuen Wohnstätte zur Zweigwerkstatt am Siedbosteler Feld sei die Entscheidung für Bergen auch in wirtschaftlicher Hinsicht sinnvoll gewesen – die Beschäftigten könnten so schneller zwischen Zuhause und Arbeit pendeln. Zudem können sie besser am sozialen Leben teilnehmen, denn das "Haus Mozartstraße" wartet mit kurzen Wegen zu Ärzten, Banken, Freizeiteinrichtungen und natürlich auch zum Einkaufen auf: "Kurze Wege ins Leben eben", betonte Architekt Gordon Fuge.

Im Vergleich zum Hustedter Wohnheim bietet der Neubau im "Musikerviertel" den neuen Mietern nun mehr Platz, mehr Licht und mehr Raum – vor allem aber verbindet das Wohnangebot die Möglichkeiten, für sich zu leben und trotzdem Gemeinschaft zu haben. Bei der Planung habe man außerdem die unsichere Gesetzessituation in Sachen Inklusion im Blick gehabt, erklärte Kasper. Falls das stationäre Wohnen in der Zukunft zugunsten des ambulanten Wohnens abgebaut werde, habe man das Haus so gestaltet, dass beides möglich sei.

So ist im "Haus Mozartstraße" Einzel- oder Paarwohnen, voll unterstütztes oder fast selbstständiges Wohnen, und auch Wohnen mit oder ohne Rollstuhl denkbar. "Die Räume lassen sich mit wenigen Handgriffen umbauen", sagte Kasper. "Wenn es heißt, Wohnen muss ambulant werden, dann können wir das sofort umsetzen." (mat)

Cellesche Zeitung / Seite 22
Samstag, 8. September 2018

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