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„Fest als Farbtupfer gegen Dunkles aus rechter Ecke“

ALTENCELLE. Beim gemeinsamen Hausfest von Lebenshilfe und Lobetalarbeit war am Sonntag gefühlt halb Altencelle auf den Beinen. Viele Kinder ließen sich die Seilbahn auf der riesigen Hüpfburg nicht entgehen und drehten auf dem Pony eine Runde. Die Line-Dance-Gruppe der Lebenshilfe zeigte stolz ihr Können und die Samba-Profis von „Samba Beija Flor“ lieferten die passende Musik zum sonnigen Wetter.

 

Andrea Dehrmann ist voriges Jahr aus Altencelle an die Amelungstraße gezogen. Doch hier beim Hausfest traf die Rollstuhlfahrerin viele alte Bekannte wieder. "Hi, geht‘s gut?", fragt sie ihre Freundin Marina aus der Sonderschule. "Schön, dass du auch hier bist."

Unter dem Motto „"Wir gehören zum Dorf" machten Lebenshilfe und Lobetal auf den "Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung" aufmerksam. In seinem Grußwort betonte Geschäftsführer Clemens M. Kasper: "Unser Fest ist ein Farbtupfer gegen das Dunkle aus rechten Ecken." Damit wollte er ein Zeichen gegen die kürzliche Anfrage der AfD im Bundestag setzen. Es sei erschütternd und völlig inakzeptabel, dass in erkennbar zwischen den Zeilen vermittelt werde, dass die Zunahme von Behinderung ein gesellschaftliches Übel sei.

 

Kasper betonte: "Die Autoren der Anfrage bewegen sich mit ihrer Anfrage an die Bundesregierung wieder bewusst an der Grenze jenes rechtsextremistischen Vokabulars, das wir seit 75 Jahren überwunden glaubten. Jeder, der es will oder kann, soll darin Lebenswerturteile erkennen." (dag)

Cellesche Zeitung / Seite 9

Dienstag, 8. Mai 2018

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