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Bagger macht in Bergen Platz für Kinder

Mit dem Greifer zieht der Baggerfahrer ein Fenster samt Rahmen aus der Fassade, das Glas zerspringt, der Rahmen schwebt vom Greifer gehalten durch die Luft und landet auf einem Haufen. Peter Dankert beobachtet das Treiben an der Mozartstraße in Bergen interessiert. "Wie viel Arbeit hat das gemacht, das Haus hochzuziehen?", fragt der Berger. "Wahnsinn, wie schnell das jetzt runtergerissen wird."

Bergen Stadt
Eine Wasserdüse verhindert, dass es staubt. "Die Bagger sind so leise geworden", sagt Dankert. "Ich wohne 150 Meter Luftlinie weg und da hört man nichts." Auch die anderen Anwohner scheinen sich mit der Baustelle zu arrangieren. Im Rahmen des Berger Stadtumbaus werden zwei Blöcke abgerissen – der rechte wurde in der vergangenen Woche bereits dem Erdboden gleichgemacht. "Wir haben in der Mozartstraße eine andere Situation als in der Danziger Straße", sagt Frank Bührmann vom Bauamt der Stadt Bergen. Beschwerden habe es hier bisher keine gegeben. Beim Abriss der beiden Hochhäuser auf der anderen Seite der Bundesstraße 3 habe es dagegen Klagen über Staub und Lärm gegeben.

Allerdings sind die Anwohner an der Mozartstraße Baustellenlärm auch schon gewöhnt. Schließlich baut die Lebenshilfe seit dem vergangenen Jahr auf dem Nachbargrundstück eine Wohnstätte, die im Sommer bezogen werden soll. Es entsteht ein zweigeschossiger Neubau mit einer Nettogrundfläche von 1300 Quadratmetern und 24 Zimmern sowie 2 Apartments. Die Projektkosten belaufen sich nach Angaben der Lebenshilfe auf etwa zwei Millionen Euro.

Die neuen Bewohner, die aus Hustedt nach Bergen ziehen, werden dann womöglich bald beobachten können, wie auf dem Nachbargrundstück – an der Mozartstraße 29-34 – eine neue Kindertagesstätte gebaut wird.
So sehen es die Pläne der Verwaltung vor. "Wenn wir einen Standort finden, der die Stadtentwicklung voranbringt, erschlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe", sagte dazu Bergens Bürgermeister Rainer Prokop. Die 5027 Quadratmeter große Fläche ist Eigentum der Stadtentwicklung Bergen. Mit Hilfe von Fördermitteln will Bergen den Kita-Neubau realisieren. 2,15 Millionen Euro sind dafür eingeplant. Durch die Bewohner der Lebenshilfe und durch die Kinder könnte schon bald viel Leben in der Mozartstraße einziehen.

Zunächst steht aber erst einmal der Abriss der beiden Blöcke auf dem Grundstück im Fokus. "Wir liegen im Zeitplan", sagt Bührmann. Bis Ende Januar soll auch der zweite Block abgerissen sein. Anschließend werde wie auch bei den beiden Hochhäusern an der Danziger Straße der Keller herausgeholt. "Mitte/Ende März wollen wir hier fertig sein", sagt Bührmann.


CZ 09.01.2018 | Christopher Menge

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