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PM_Qualität bei der frühkindlichen Bildung verbessern – Steuergeld richtig investieren

(Hannover 18.01.2017) Die LEBENSHILFE Niedersachsen begrüßt die von der SPD angeschobene Debatte im nahenden Landtagswahlkampf um Qualität bei der frühkindlichen Bildung und Entlastung bei den Kindergartengebühren. 

„Grundsätzlich begrüßt und unterstützt die LEBENSHILFE alles, was das Ziel anstrebt, Kostenfreiheit für Eltern zu erreichen“, so der Vorsitzende Franz Haverkamp. „Bildung ist für die LEBENSHILFE eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe und sollte so wie beim Schulbesuch oder beim Studium von Kosten freigestellt sein“, so Haverkamp weiter.

Für den Bereich der Kindertagesstätten ist aktuell jedoch aus Sicht der LEBENSHILFE eine Verbesserung der Personalausstattung verbunden mit einer Gruppenverkleinerung vorrangig. Mit dem Einstieg des Landes bei Finanzierung der dritten Kraft in Krippen trägt das Land den Anforderungen von guter Bildung schon Rechnung. Für den Bereich der Kindertagesstätten im Alter von 3 bis 6 Jahren steht dieses nach wie vor aus. Noch immer müssen lediglich 2 Fachkräfte für 25 Kinder im Kindergartenalter einen hochwertigen Bildungsauftrag umsetzen. In den jungen Jahren wird die Grundlage gelegt für den zukünftigen Bildungsweg – dies geht jedoch nach Auffassung der LEBENSHILFE nur mit entsprechenden Rahmenbedingungen. Die sieht sich dabei gestützt zum Beispiel durch Untersuchungen der Bertelsmann-Stiftung im Ländermonitor 2016. Die Bertelsmann-Stiftung kommt bei ihren Untersuchungen zu einer Empfehlung von 7,5 zu betreuenden Kindern für jede Erzieherin. Demzufolge müsste Niedersachsen rund 320 zusätzliche Fachkräfte einstellen, wenn diese Vorgabe erreicht werden soll.

Nicht zufriedenstellend sind zudem für die LEBENSHILFE Niedersachsen die Regelungen zur Integration von Kindern mit Behinderung im Krippenbereich. Nach einem anfänglichen Modellprojekt mit guten Bedingungen für die Integration greifen heute in der Praxis schlechtere und damit unzureichende Bedingungen als zuvor. Aus Elternsicht stellt sich darüber hinaus die Frage der Öffnungszeiten von Kindertagesstätten. In einer Arbeitswelt, in der zunehmend beide Elternteile zu unterschiedlichen Arbeitszeiten einer Erwerbstätigkeit nachgehen, bedarf es bedarfsdeckender Angebote vor Ort. Wer gute Qualität bei der frühkindlichen Bildung erreichen will, muss entsprechende Strukturen verändern.  

„Wir befürchten, dass die Entlastung der Eltern mit über 200 Millionen Euro aus dem Landeshaushalt keinen Spielraum für eine wirkliche Qualitätsverbesserung zulässt“, so der Landesvorsitzende Haverkamp. „Von daher gelte es, das zurzeit sprudelnde Steuereinkommen möglichst so zu investieren, dass es zu einer besseren Qualität bei der frühkindlichen Bildung führt.“

Die LEBENSHILFE Landesverband Niedersachsen e.V. wurde am 13. Oktober 1962 von 10 Orts- und Kreisvereinigungen gegründet. Heute gehören dem Landesverband 114 Mitgliedsorganisationen an. Über 75 % aller in Niedersachsen tätigen teilstationären Eingliederungseinrichtungen   haben   sich   im   Landesverband  der LEBENSHILFE als ihrem Dach- und Fachverband zusammengeschlossen. Die LEBENSHILFE ist Elternvereinigung, Fachverband und Trägerin von Einrichtungen für Menschen mit geistiger Behinderung. Der Selbsthilfegedanke hat dabei große Bedeutung. Über die Akademie für Rehaberufe bietet die LEBENSHILFE Fortbildungen insbesondere für Fachkräfte, Menschen mit Behinderung und Angehörige an. Mit Standorten in Hildesheim, Wildeshausen und Hannover ist die LEBENSHILFE Niedersachsen Ausbilder in der Heilerziehungspflege in Niedersachsen. Die Geschäftsstelle des Landesverbandes der LEBENSHILFE hat ihren Sitz in Hannover.
 
Kontakt:
LEBENSHILFE Landesverband Niedersachsen e. V.
Nordring 8 G | 30163 Hannover
Tel.: 0511.909 25 700
FAX: 0511.909 25 711
E-Mail: landesverband@lebenshilfe-nds.de
Ihr Ansprechpartner:
Frank Steinsiek
0172 5432 971

Die Pressemitteilung sehen Sie hier.