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Lebenshilfe: "Mieter sollen unter Menschen kommen"

BERGEN. Die zukünftigen Bewohner der Wohnstätte der Lebenshilfe Celle an der Mozartstraße in Bergen haben gestern Mittag selbst den Grundstein für ihr neues Zuhause gelegt. Im Rahmen einer kleinen Feier füllten sie ein Regenfallrohr und setzten dieses in das Mauerwerk ein. Im Frühjahr des kommenden Jahres sollen sie dann aus der Wohnstätte Hustedt nach Bergen ziehen.

Eine Mappe mit von den Bewohnern gemalten Bildern, die Cellesche Zeitung vom gestrigen Tage sowie ein Blatt aus dem Hustedter Wald und der "gute Geist" aus der alten Heimat wurde in dem Rohr verstaut, bevor die künftigen Bewohner zur Kelle griffen, um das Rohr einzumauern. Horst-Dieter Paes, der Chef der Bewohnervertretung, hatte zuvor in einem Gedicht ein paar Wünsche für die neue Wohnstätte geäußert.

Die Wünsche der Bewohner standen auch am Anfang des Projektes. Sie brachten ihre Vorstellungen zu Papier, Baumanager Olaf Seisselberg und Architekt Gordon Fuge entwickelten daraus die Pläne. So entsteht die Wohnstätte an der Mozartstraße als zweigeschossiger Neubau mit einer Nettogrundfläche von 1300 Quadratmetern und 24 Zimmern sowie zwei Apartments. Die Projektkosten belaufen sich nach Angaben der Lebenshilfe auf etwa zwei Millionen Euro.

"Hustedt ist schön, aber die Mieter sollen unter Menschen kommen", erklärte der Geschäftsführer der Lebenshilfe Celle, Clemens Kasper, die Umzugspläne "aus dem Wald in die Stadt". "Bergen ist eine aufblühende Stadt – ich bin fest davon überzeugt, dass es eine gute Entscheidung war, hier zu bauen." Schließlich sollen die Mieter in Zukunft selbstständiger, schöner und näher an den Leuten wohnen. Die neue Wohnstätte verbinde die Möglichkeiten, für sich zu leben und trotzdem Gemeinschaft zu haben.

Diesen Punkt stellte auch die zukünftige Leiterin des Wohnbereichs, Katharina Schwarzkopf, heraus. "Die Wohnstätte in Hustedt genügt nicht mehr den heutigen Ansprüchen", sagte sie. "Vor einiger Zeit hat ein Umdenken begonnen – weg vom Fürsorgegedanken in Heimen. In Bergen wird also ein Beginn geschaffen."

Der Fußweg von der Wohnstätte in die Innenstadt beträgt etwa zehn Minuten. Dort stehen den Mietern dann Einkaufsmöglichkeiten, Banken, Ärzte sowie Freizeiteinrichtungen zur Verfügung. Und bis zur Werkstatt im südlichen Stadtteil, wo viele Mieter arbeiten werden, sind es auch nur 20 Minuten Fußweg. Kein Wunder also, dass die Stimmung bei den zukünftigen Bewohnern gestern euphorisch war. (me)

Cellesche Zeitung / Seite 19
Samstag, 05. August 2017

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