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Lebenshilfe-Werkstätten sollen weiterentwickelt werden

ALTENCELLE. Nicht jedes Jahr bringe "sichtbare" Ergebnisse wie ein neues Gebäude oder die Steigerung der Umsatzzahlen, betonte Clemens M. Kasper, Geschäftsführer der Lebenshilfe, zum Jahresempfang. "Wir haben uns viel mit Planungen befasst, die wir erst im Laufe dieses und der kommenden Jahre umsetzen", erklärte er. Alles stehe unter dem großen Ziel der Umsetzung der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen (UN-BRK). Diese fordert unter anderem die partizipative Kommunikation, die etwa durch Großdrucke, leicht zugängliche Multimedia sowie in einfache Sprache übersetzte Formen umgesetzt werden soll. "So haben wir im letzten Jahr sowohl den Werkstatt- als auch den Wohnheimvertrag neu erarbeitet." Die Lebenshilfe forciert laut Kasper keine "Karriere in Einrichtungen". Zunehmend gelinge es, dass Kinder sogar ohne Schulbegleitung in eine Regelschule oder aus einer Schule der Lebenshilfe in eine Ausbildung wechseln. Dabei sei man allerdings auf die Bereitschaft der Betriebe angewiesen. Die Lebenshilfe plane, auf die Berufsschulen und die Kammern zuzugehen, damit Teilausbildungen in Form von Ausbildungsbausteinen in Werkstätten zertifiziert und anerkannt werden. "Die Werkstatt wird somit zu einem Kompetenzunternehmen für Bildung, Ausbildung, Arbeits- und Berufsförderung weiterentwickelt", sagte Kasper. Eine Zwischenstufe auf dem Weg zum Arbeitsmarkt seien jene Beschäftigungsplätze, bei denen Werkstattbeschäftigte einzeln oder in Gruppen bei Firmen und Behörden arbeiten. "Fast 90 Betriebe in Stadt und Landkreis finden sich in unserem Pool, die sich bereiterklärt haben, Werkstattbeschäftigten einen ausgelagerten Werkstattplatz anzubieten", erklärte Kasper. 25 Beschäftigte können sogar ab April beim Zweckverband Abfallwirtschaft eine Tätigkeit in der Annahme und im Zerlegen von Elektroschrott antreten.

Behinderte Menschen haben das Recht, ihren Aufenthaltsort zu wählen und zu entscheiden, wo und mit wem sie leben, betonte Kasper. So sollen Betroffene in Bauausschüssen bei allen Bauplanungen und bei der Herstellung von Barrierefreiheit bei Neubauten dauerhaft vertreten sein. Aus den Beratungen zeigte der Geschäftsführer eine Bilderstrecke, die mögliche Baufortschritte veranschaulichte.

Ein besonderes Highlight in diesem Jahr erwartet die Sportler der Lebenshilfe vom 6. Juni bis zum 10. Juni. Dann finden die "Special Olympics" in Hannover statt. (dag)

Cellesche Zeitung / Seite 11
Samstag, 03. März 2016

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