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Andachtsreihe beginnt

Redner betonen Bedeutung von Arbeit für normales Leben
CELLE. Kein Sitzplatz mehr frei: Die erste Auflage der "Wunden Punkte" am Montag war für die Organisatoren des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises ein voller Erfolg. Rund 70 Interessierte fanden sich in der Werkstatt der Lebenshilfe Celle ein, um in der Passionswoche den Worten von Pastor Stephan Eimterbäumer und Clemens Kasper, Leiter der Lebenshilfe, zu lauschen. Hauptthema des Abends war die Arbeit. Kasper fand in einem Textverarbeitungsprogramm als Synonyme für Arbeit Plage, Strapaze, Schwierigkeit und Mühe.
"Ich suche dort vergeblich Begriffe wie Erfüllung, Sinnstiftung, Selbstverwirklichung oder Lebensbedürfnis. Selbst Broterwerb ist nicht dabei - und spätestens seit Adam und Evas Vertreibung aus dem Paradies klingt uns der Satz in den Ohren: "Im Schweiße deines Angesichts sollst Du Dein Brot erwerben", sagte Kasper. Er betonte aber auch, dass ein Leben ohne Arbeit Trauer, Depression und Verzweiflung hervorrufen kann.
Deswegen schaffe seine Einrichtung für die Beeinträchtigten Arbeit. "Wir entlocken ihnen Fähigkeiten, die sie selbst vielleicht noch nicht entdeckt haben. Wir fördern diese Fähigkeiten, wir passen die Tätigkeiten ihrem Vermögen an - und nicht sie selbst an die Arbeiten", betonte Kasper.
Auch Pastor Eimterbäumer stellte den Wert von Arbeit heraus: "Sogar im Paradies gehört Arbeit dazu: Der Mensch soll den Garten Eden bebauen und bewahren." Er lobte die Lebenshilfe, die den Behinderten am Arbeitsleben teilhaben lässt. In Deutschland arbeiten rund 300.000 Menschen in solchen Einrichtungen. In den Celler Werkstatt-Standorten sind es 670. Manche schaffen
sogar den Sprung aus der Behindertenwerkstatt in einen richtigen Job. "Ich finde es toll, dass hier zunehmend der Kontakt zum allgemeinen Arbeitsmarkt gesucht wird", sagte Eimterbäumer.
Heute besucht der Kirchenkreis im Rahmen seiner "Wunden Punkte" den sozialen Kleiderladen "KolpingTEX" (Mittwoch, 23. März). Es folgen morgen das Hospizhaus Celle, die Schuldnerberatung im diakonischen Werk (Karfreitag, 25. März) und das Familienzentrum Vorwerk (Samstag, 26. März). Es wird jeweils ein Experte vor Ort sein und Informationen zum Austragungsort weitergeben.
Alexander Hänjes

Cellesche Zeitung / Seite 11
Mittwoch, 23. März 2016

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