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Neubau Integrative Kita Nienhagen

Rat beschließt 3,4-Millionen-Kita

Einrichtung mit Küche und Solartechnik geplant

Simon Ziegler

NIENHAGEN. Jetzt ist es amtlich: Der Rat der Gemeinde Nienhagen hat sich in der vergangenen Woche entschieden, wie die neue Kita im Bürgerpark aussehen soll. Eine Ratsmehrheit votierte für einen Entwurf, der vom Celler Büro Simon & Simon vorgelegt wurde. Die Kosten betragen 3,4 Millionen Euro.

Nach Angaben von Bürgermeister Jörg Makel haben SPD, FDP, Grüne und Teile der CDU-Fraktion für die Variante gestimmt – die einzige, die vorgelegt wurde. Die UWG-Fraktion votierte dagegen, zudem gab es zwei Enthaltungen auf Seiten der CDU. Mit dem Votum kann die Gemeinde jetzt den Bauantrag ausschreiben und voraussichtlich im kommenden Jahr mit dem Bau beginnen. Die Fertigstellung wird für das Frühjahr 2022 angepeilt.

Träger der Einrichtung wird die Lebenshilfe sein. Ein Schwerpunkt soll auf der sonderpädagogischen und inklusiven Betreuung liegen. Das heißt: Auch Kinder mit hohem Förderbedarf sollen in der Kita betreut werden. Dafür sei der Bau von speziellen Therapieräumen notwendig, sagte Makel gestern der CZ. Außerdem sind eine Regelgruppe und eine Krippengruppe geplant, vermutlich beide im Ganztagsbereich. In der Kita wird auch eine eigene Küche eingebaut, so dass vor Ort gekocht werden kann. Außerdem wird das Gebäude so konzipiert, dass ein Großteil der benötigten Energie vor Ort produziert wird. Das soll durch eine Photovoltaik-Anlage und entsprechende Speichertechnologie umgesetzt werden.

Makel pries die Vorteile der Planung: "Wir erstellen ein Gebäude, das energetisch die höchsten Voraussetzungen erfüllt. Wir werden den Großteil des benötigten Stromes vor Ort über Sonnenkraft erzeugen. Wir richten eine eigene Küche ein, damit Kinder vor Ort nicht nur mitkochen können, sondern ein gesundes Essen aus Produkten der Region bekommen. Und wir schaffen eine Kita, die auch Kinder mit erheblichen Einschränkungen betreuen wird", sagte Makel. "Das mag der eine als Steuerverschwendung bezeichnen. Ich halte das für zukunftsweisend und erforderlich, wenn wir den Gedanken der vollständigen Inklusion nicht in einer Illusion versanden lassen wollen."

UWG-Fraktionschef Alexander Hass betonte, nichts gegen eine neue Kita zu haben. Aber: "Adelheidsdorf baut parallel eine Drei-Gruppen-Kita, die fast eine Million Euro weniger kostet. Wie so oft wird in Nienhagen wieder der Mercedes rausgeholt", kritisierte er die hohe Anspruchshaltung. Die Gemeinde könne sich diese Luxusvariante nicht leisten. "Wir rasen auf eine Steuererhöhung zu", sagte Hass voraus.

Cellesche Zeitung | Seite 19 | Mittwoch, 20. November 2019
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