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LAG Arbeit | Bildung | Teilhabe Niedersachsen stellt Zwischenergebnisse der landesweiten Qualitäts-Initiative „WfbM-Benchmarking Teilhabe am Arbeitsleben“ vor

Seit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) durch die Bundesrepublik Deutschland im Jahre 2009 hat sich die Landesarbeitsgemeinschaft Arbeit | Bildung | Teilhabe (LAG A | B | T) Niedersachsen aus ihrem Selbstverständnis als Wegbereiter eines durchlässigen Arbeitsmarktes für alle in den letzten 10 Jahren kontinuierlich und konsequent mit der qualitativen und inhaltlich-fachlichen Weiterentwicklung der Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) auseinandergesetzt und aktiv engagiert. Neben vielen anderen Entwicklungsschritten hat sie 2016 auch die landesweite Qualitäts-Initiative WfbM-Benchmarking Teilhabe am Arbeitsleben gemeinsam mit ihren Mitgliedswerkstätten gestartet. Diese Qualitätsinitiative ist die erste landesweite dieser Art in einem Bundesland und erfasst mit 22.500 Werkstattplätzen bei meist mittleren und großen Einrichtungsträgern über 68% aller Werkstattplätze in Niedersachsen.
Die Reha-Prozesse zur Teilhabe am Arbeitsleben sind der inhaltliche Kern der Arbeit in den Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM). Das WfbM-Benchmarking in Zusammenarbeit mit dem Institut für Technologie und Arbeit (ITA) an der Technischen Universität Kaiserslautern im Jahre 2016 ist der systematische, wissenschaftliche und datenbasierte Vergleich von Reha-Prozessen in Werkstätten, der da-rauf abzielt, die Qualität der eigenen Leistungserbringung kontinuierlich zu verbessern und von den Besten/den Anderen zu lernen. Das Benchmarking liefert eine gemeinsame Definition und Standards der Kernprozess-Qualität personenzentrierter Teilhabe am Arbeitsleben.
In den bisher in Niedersachsen durchgeführten drei Messjahren 2016 – 2018 haben sich bei den relevanten Kennzahlen des Benchmarkings interessante und sichtbar positive Entwicklungen gezeigt. Bei 70 % der am Benchmarking beteiligten niedersächsischen Werkstätten wurde in den drei Messjahren über die 14 Kennzahlen insgesamt eine messbare Qualitätsverbesserung von 50% bis 85% erreicht, selbst der niedrigste Wert der Qualitätsverbesserung liegt immer noch bei 21%.
Die Zwischenergebnisse aus den ersten drei Messjahren hat die LAG A | B | T in einer 16-seitigen Benchmarking-Broschüre zusammengefasst, die sie der Sozialministerin Dr. Carola Reimann jetzt übergeben und damit der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt hat.
„Die Werkstätten für behinderte Menschen sind für das Land ein wichtiger Partner, wenn es um die Teil-habe von Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben geht“, stellt die Sozialministerin Dr. Reimann auch bei dieser Gelegenheit wieder fest. 
„Ich begrüße es sehr, wenn die Akteurinnen und Akteure der LAG A | B |T Strukturen und Prozesse hinterfragen, um sie so im Interesse der Menschen mit Behinderung kontinuierlich zu verbessern. Die hohe Zahl der teilnehmenden Werkstätten zeigt, wie groß ihr Wille ist, sich weiterzuentwickeln. Das ist ein positiver Ansatz, der in der Zukunft insgesamt sicherlich zu guten Ergebnissen führen wird“, so die Ministerin weiter.
Als Vorsitzender der LAG A | B | T Niedersachsen ergänzt Michael Korden: „Wir freuen uns, dass unsere Qualitätsinitiative als erste landesweite dieser Art in einem Bundesland auf so breite Beteiligung bei unseren Mitgliedswerkstätten gestoßen ist und sind stolz auf die bisherigen Ergebnisse des Benchmarkings. Sie zeigen, wie engagiert und mit wie viel Erfolg WfbM in Niedersachsen ihre qualitative und inhaltliche Weiterentwicklung aktiv verfolgen. Gemeinsam mit unseren Mitgliedswerkstätten werden wir diesen Weg konsequent auch weitergehen und wollen hierzu gemeinsame Qualitätsstandards entwickeln.“
Die ersten beiden Seiten der Broschüre beinhalten grundsätzliche Statements der LAG A | B | T zu Werkstätten für behinderte Menschen sowie das Selbstverständnis der LAG A | B | T Niedersachsen in vier kurzen Aussagen. Die Seiten danach geben die zusammengefassten landesweiten Ergebnisse der ersten drei Messjahre des WfbM-Benchmarkings Teilhabe am Arbeitsleben wieder. Die Broschüre endet mit übergreifenden Erfahrungen des Benchmarking-Prozesses und drei exemplarischen Beispielen aus am Benchmarking teilnehmenden Einrichtungen.

Die Broschüre wird jetzt allen Kooperationspartner der LAG A | B | T in Politik, Ministerien, Behörden, Verbänden und Organisationen zur Verfügung gestellt. Weitere Interessierte können die Broschüre hier anfordern:

Landesarbeitsgemeinschaft Arbeit | Bildung | Teilhabe (LAG A | B | T) Niedersachsen
Grupenstr. 4, 30159 Hannover
Mail: info[at]lag-abt-niedersachsen.de

oder hier herunterladen:
https://www.lag-abt-niedersachsen.de/aktuelles/zwischenergebnisse-der-landesweiten-qualitats-initiative-wfbm-benchmarking/19.html

Die Landesarbeitsgemeinschaft Arbeit | Bildung | Teilhabe (LAG A | B | T) ist der Zusammenschluss der Rechtsträger von Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben und am Leben in der Gemeinschaft für Menschen mit Beeinträchtigung in Niedersachsen. Einrichtungen dieser Leistungserbringer sind insbesondere Werkstätten, andere Leistungsanbieter (§ 60 SGB IX), Inklusionsunternehmen sowie Anbieter von tagesstrukturierenden Leistungen. Insgesamt sind in den Mitgliedswerkstätten über 33.000 Beschäftigte mit Beeinträchtigung tätig. In Tagesförderstätten/Fördergruppen werden darüber hinaus rund 2.000 Menschen mit hohem Assistenzbedarf begleitet und gefördert.