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Mehr Akzeptanz durch Arbeit

Werkstatt der Lebenshilfe Celle in Bergen feiert 20-jähriges Bestehen

Kirsten Glatzer

BERGEN. Eine regelmäßige Tätigkeit ausüben, soziale Kontakte pflegen, Akzeptanz und individuell gestaltete Arbeitsbedingungen erfahren – Arbeit nimmt einen wichtigen Platz im Leben ein – auch bei beeinträchtigten Beschäftigten, für die die Werkstätten der Lebenshilfe Celle gGmbH oftmals den Mittelpunkt ihres Soziallebens darstellen. Neben der Hauptwerkstatt in Altencelle gibt es Betriebsstätten in Nienhagen, Groß Hehlen und Bergen – letztere feiert am 6. September ihr 20-jähriges Bestehen.

1999 begann alles mit dem Erwerb eines Grundstücks in der Straße Siedbosteler Feld. Heute befinden sich auf zwei nebeneinanderliegenden Grundstücken mit insgesamt circa 12.500 Quadratmetern Fläche die Arbeitsbereiche A und B der Betriebsstätte Bergen. Derzeit sind dort rund 150 Menschen mit geistiger, psychischer und/oder körperlicher Beeinträchtigung beschäftigt. Neben den Arbeitsbereichen Verpackung, Konfektionierung und Gravur wird dort Aktenvernichtung nach DS-GVO und dem neuen Bundesdatenschutzgesetz angeboten, ein Förderbereich ist ebenfalls integriert. Seit 2007 trägt die Betriebsstätte Bergen auch dem Trend zum Heizen mit Holz Rechnung und fertigt Kaminholz. Verarbeitet wird Eichen-, Birken-, Erlen- und Nadelholz aus den Forsten rund um Bergen. Die Scheite werden als Ring auf Paletten gebündelt, und diese Holztürme können dann platzsparend auf den Paletten gelagert werden oder umgeschichtet werden.

Ebenso wichtig wie eine den Neigungen und Fähigkeiten entsprechende Beschäftigung ist eine dazu passende Wohngelegenheit. Heiko Kübler, Leiter der Celler Werkstätten in Bergen, weiß: "Es ist ein wichtiger Schritt, wenn der Weg von der Wohnung zum Arbeitsplatz selbstständig erledigt werden kann." Dafür bietet Bergen mit Wohnprojekten wie dem Haus Mozartstraße, das im vergangenen September eröffnet wurde, und der Wohngemeinschaft in der Henriettenstraße beste Voraussetzungen. Die Wohngemeinschaft ist seit Januar 2001 für sechs Mieter ein Zuhause. In der Mozartstraße bewohnen 27 Mieter jeweils ein Einzelzimmer und werden durch pädagogisches Fachpersonal individuell angeleitet, begleitet und gefördert.

PROGRAMM
Am 6. September lädt die Lebenshilfe Celle gGmbH von 13 bis 16 Uhr zu Kaffee und Kuchen sowie einem bunten Programm auf dem Gelände der Werkstatt Bergen ein: Der Zirkus Knalltüte ist zu Gast, außerdem können sich Gäste am Bogenschießen versuchen, Kettensäge-Kunst bewundern, an einer Werkstattführung teilnehmen und noch vieles mehr. Als Highlight geben „The Keltics“ ab 18 Uhr ein Live-Konzert. Die siebenköpfige Band steht wie kaum eine andere für Lebenslust, Unbeschwertheit, Ausgelassenheit und begeistert mit einer Mischung aus Rocksongs, Balladen und altbekannten Traditionals. Ihr Erfolgsgeheimnis: eine Kombi aus authentischem Lebensgefühl und Spaß an der Musik.

NACHGEFRAGT BEI DR. CLEMENS M. KASPER, GESCHÄFTSFÜHRER DER LEBENSHILFE CELLE
Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Celler Werkstätten in Bergen?
Mein Hauptanliegen ist, dass wir in den Werkstätten – das gilt auch für Bergen – zunehmend auf Service- und Dienstleistungen wie zum Beispiel Gartenarbeiten und Facility-Management setzen. Speziell in Bergen wünsche ich mir eine Intensivierung der Brennholzproduktion. Darüber hinaus sollen Service- und Dienstleistungen als neue Aufträge akquiriert werden. Zwar sind auch Arbeitsplätze etwa in der Konfektionierung weiterhin notwendig, doch durch entsprechende Bildungsmaßnahmen möchten wir unsere Beschäftigten im Rahmen ihrer Möglichkeiten für weitergehende Bereiche qualifizieren. (gla)

Cellesche Zeitung | Seite 19 | Mittwoch, 28. August 2019
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